Mokkakanne Mokkakännchen Tipps und Tricks

Zurück zur Kaffee-Kultur

Eine Welt ohne Kaffee…

Kaffee ist der zweitwichtigste Rohstoff der Erde. Man mag sich die moderne Industriewirtschaft ohne Kaffee überhaupt nicht vorstellen. Bekämen wir ohne unsere tägliche Dosis braunen Wachmacher überhaupt etwas Gescheites zustande? Doch Kaffee ist weit mehr, als nur ein Kickstart in den Tag. Das Getränk ist genossene Kultur – wenn man es richtig anstellt.

Der Geist aus der Maschine

Die Kunst des Kaffee Kochens besteht heute leider immer mehr nur noch darin, die Taste einer unglaublich teuren Maschine zu drücken. Diese faucht und spuckt dann in einem infernalischen Getöse und mit etwas Glück erhält man eine Tasse Kaffee. Aber egal, wie ausgefallen und trickreich diese Kaffee-Vollautomaten auch die diversen Heißgetränke aus ihrem Innern hervorzaubern – es bleibt doch ein seltsames Gefühl: Das, was in der Tasse landet, hat eine Gruppe von Geschmacksdesignern vordefiniert. Für den Konsumenten heißt es nur noch: Was schmeckt, bestimmen wir. Aber hat das noch etwas mit Trinkkultur zu tun?

Nicht nur gefühlte Kultur

Wusstest du, dass die traditionelle Art des Kaffee Zubereitens zum „Immateriellen UNESCO Welt-Kulturerbe“ gehört? Wenn nicht, hast du nun die Gelegenheit, zum Kulturbewahrer zu werden. Befreie das wunderbare und traditionsreiche Getränk von der Diktatur der Geschmacksdesigner und Ingenieure – und bereite deinen Kaffee wieder selbst zu. Du wirst sehen, dass das rituelle Kaffeekochen in einer schlichten aber genialen Mokkakanne etwas Erhabenes und Meditatives hat. Mit einer Mokkakanne respektierst du den Kaffee und gibst ihm und dir selbst seine Würde zurück. Und ganz nebenbei bemerkt: Für das, was du für einen Kaffee-Vollautomaten ausgeben musst, kannst du eine ganze Menge leckeren Mokka selbst machen.

Wie funktioniert ein traditioneller Kaffee-Zubereiter?

 Für die traditionelle, manuelle Zubereitung von Kaffee gibt es zwei Verfahren:

Der türkisch-arabische Kaffee wird in einem Stielbecher aus Messing gekocht.
Dazu wird das feine Mokkapulver einfach hinein gegeben und mit heißem Wasser übergossen.
Der Kaffee wird nicht geseit oder gefiltert.
Einen türkischen Kaffee zu trinken bedeutet deshalb immer, etwas Kaffeesatz im Becher zu haben.
Bei dem fein gemahlenen Mokka macht das aber nichts sondern wird als Teil der Kultur mit genossen.

Raffinierter ist hingegen die traditionelle italienische Art der Zubereitung von Kaffee. Dabei werden die eigens konstruierten Dampfkannen verwendet. Der Trick bei diesen Kaffeemaschinen ist, dass das Pulver nicht direkt im Wasser ausgewaschen wird, sondern im Dampf.

Die italienischen Kaffee-Zubereiter bestehen aus drei Modulen: Der Wasserspeicher, das Filterelement und der Kaffeespeicher. Diese drei Elemente werden zu den charakteristischen Doppelkannen zusammen gebaut. Sie lassen sich ebenso leicht wieder zerlegen und reinigen.

Das Wasser wird in den unteren Behälter gefüllt und der Filter mit Kaffee. Beim Erhitzen des Wassers entsteht Dampf. Dieser wird durch den Kaffee hindurch gepresst und steigt in einer Steigleitung auf. Oben an der Spitze kondensiert der Dampf wieder zu Wasser. Ein Teil des Wassers geht durch den Dampf verloren. Dadurch wird der Kaffee noch aromatischer. Der Kaffee läuft die Steigleitung wieder außen herab und sammelt sich in der oberen Kanne. Jetzt ist er fertig zum genießen.

Die Umwelt nicht vergessen

Wie lange hält so ein Kaffee-Vollautomat? Gibt es überhaupt Geräte, welche ihre Garantiezeit überstehen? Schau mal beim Recycler in deiner Stadt in die Container. Sie sind voll mit ausgedienten Kaffeeautomaten, die alle nicht älter als fünf Jahre sind. Aber jeder Maschine hat hunderte von Euro gekostet.

Denk auch an die Kapseln. Weißt du wie viele Kaffee-Kapseln jedes Jahr verbraucht werden? Halt dich fest: Alleine in Deutschland sind es ZWEI MILLIARDEN Aluminium-Kapseln jährlich. Das entspricht der sagenhaften Menge von 4000 Tonnen besten Aluminium, das einfach weg geworfen wird. Das alleine entspricht einem Rohstoffpreis von 2,8 Millionen Euro. Da sind die ganzen kaputten Kaffeeautomaten noch gar nicht mit eingerechnet.

Aus 4000 Tonnen Aluschrott kann man aber auch 20.000 Espresso-Maschinen machen. Eine Espresso-Maschine kaufst du aber nur einmal. Ab und zu muss mal eine Gummidichtung getauscht werden, ansonsten werden diese kleinen Kulturträger zum Begleiter für dein ganzes Leben.

Kultur ist billig

Wenn du dir aber mal ansiehst, was du für den Kaffee selbst bezahlst, dann führt kaum noch ein Weg an der kleinen Espresso-Maschine vorbei. Exzellenter, hochwertig gebrannter und fein gemahlener Mokka kostet ca. 20 Euro pro Kilogramm. Kaffee aus Kaffeepads zum Wegwerfen kostet aber über 120 Euro – pro Kilogramm. Da kann einem der Appetit an Automaten-Kaffee durchaus vergehen. Spar dein Geld für schöne Dinge und genieße deinen Kaffee aus deiner eigenen Zubereitung. Damit schonst du die Umwelt, stoppst die Verschwendung und holst dir wieder ein großes Stück Sinnlichkeit und Kultur ins Leben zurück.